Niederschlagsintensität, Reflektivität
Für Meteorologen und
Hydrologen ist die Kenntnis der Niederschlagsintensität (oder Regenrate)
sehr wichtig. Sie gibt an, wieviel Regenwasser pro Zeit- und Flächeneinheit fällt
(also beispielsweise 5 mm/h = 5 Liter Wasser pro Quadratmeter und pro Stunde =
ungefähr 1500 Liter pro Sekunde auf jeden Quadratkilometer). Um möglichst
genaue Wetter- und Hochwasservorhersagen machen zu können, muß die
Niederschlagsintensität räumlich und zeitlich hoch aufgelöst erfaßt werden.
Hierzu sind Radargeräte prinzipiell in der Lage. Die Einschränkung kommt
daher, daß Radargeräte nicht die Niederschlagsintensität selbst messen können,
sondern "nur" die Reflektivität. Aus dieser kann jedoch die
Niederschlagsintensität berechnet werden, wenn man gewisse Annahmen über die
Tropfengröße trifft. Die Umrechnung erfolgt dann mit einer sogenannten Z-R-Beziehung,
wobei Z für Reflektivität und R für Niederschlagsintensität steht.Die
Radarstrahlung wird nicht kontinuierlich sondern pulsförmig ausgesendet, wobei
ein Puls etwa eine Millionstel Sekunde dauert. Die Zeit, die zwischen zwei
Pulsen vergehen soll ist hardwaremässig einstellbar und bestimmt den maximalen
Messradius (range). Wenn z.B. die Zeit zwischen zwei Pulsen 800 mal so lang ist
wie die Pulsdauer (d.h. 0,0008 s), kann sich in dieser Zeit die Strahlung, die
sich mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet, maximal 120 Kilometer entfernen und
nach der Streuung an irgendwelchen Zielobjekten wieder zurückkehren. 120
Kilometer ist in diesem Fall der maximal eindeutig detektierbare Messradius. Die
Reflektivität ist ein Maß für den Rückstreuquerschnitt von Zielen,
die mit Radar detektiert werden können. Sie ist proportional zur Energie, die
von sämtlichen Streuteilchen im Radarsrahl zur Antenne zurückgestreut wird. Da
die von der Antenne empfangene Energie aber von vielen Faktoren abhängt - unter
anderen von der Entfernung, der Strahlungswellenlänge, der Antennenform und der
ausgesendeten Energie - wurde für meteorologische Ziele die Reflektivität
speziell definiert. Sie hängt nur noch von den Eigenschaften der Ziele ab. Bei
Regen ist sie umso größer, je mehr und je größere Regentropfen in der Luft
enthalten sind. Die Reflektivität wird meist in der logarithmischen Einheit dBZ
angegeben, wobei dB das übliche Kürzel für Dezibel ist und Z für Reflektivität
steht. Eine Erhöhung um 10 dBZ entspricht also eine Verzehnfachung der
Reflektivität, eine Erhöhung um 30 dBZ einer Vertausendfachung.